VW Scirocco – längst keine Eintagsfliege mehr

VW Scirocco- längst keine Eintagsfliege mehr

Der VW Scirocco ist ein Sportcoupé von Volkswagen, welches eine langjährige Geschichte erzählen kann. Bereits in den 60er Jahren entstand die Idee eines dreitürigen Sportcoupés. Umgesetzt wurde sie allerdings erst Jahre später.

Scirocco I- „ein Sportcoupé in Bestform“

Zu Beginn der 1970er Jahre entschied sich Volkswagen für den Bau des ersten Sciroccos. Es sollte ein Modell sein, welches auf dem ersten Golf basierte, dennoch sportlicher, spritziger und dynamischer sein sollte.
Nachdem Karmann Karosseriebau das Sportcoupé in Osnabrück produziert hatte, lief das Fahrzeug im Frühjahr 1974 vom Band. Es gab drei verschiedene Motorvarianten, der schwächste war mit 37kW, der stärkste mit 70kW ausgestattet.
1976 mischte sich jedoch ein Modell der etwas anderen Art unters Volk: der Scirocco GTi.
Ausgestattet mit 81kW, obenliegender Nockenwelle, modifizierten Dämpfern, innenbelüfteten Scheibenbremsen, breiteren Reifen und modernen Felgen machte der GTi nicht nur optisch etwas her. Man drehte sich nach diesem Coupé um, staunte, welchen gewagten Schritt VW gegangen war.

Der Scirocco I verkaufte sich so gut, wie kein anderer. Von Jahr zu Jahr stiegen die Verkaufszahlen, in den Jahren 1977-78 wurden 87000 Sciroccos verkauft. Eine Zahl, die in die Geschichte von Volkswagen einging.

Scirocco II- „Aufregend vernünftig“

Als der Scirocco der ersten Baureihe, die Herzen der Autofahrer erfreute, saßen die Ingenieure von VW bereits über den Plänen des Scirocco II. Auch dieses Modell sollte auf Basis des Golf I bestehen. Ein Punkt war den Ingenieuren besonders wichtig: mehr Platz im Innenraum, für Insassen, sowie Gepäck. Die Aerodynamik des Fahrzeugs sollte um einiges verbessert werden, die technische Ausstattung hingegen wurde vom Vorgänger abgekupfert.

1981 lief das erste Modell vom Band. Der Scirocco II war jedoch nicht im Ansatz so erfolgreich wie sein großer Bruder. Über Verkaufszahlen von einmaligen 51.000 im Jahr 1981 kam der Scirocco nie wieder hinaus. Im Gegenteil, die Zahlen sanken rapide und Stimmen der Kritik wurden laut. Das Coupé sei kein wirkliches Coupé mehr, es sei lange nicht so attraktiv wie sein Vorgänger und außerdem viel zu teuer. So kam es, dass sich die potentielle Käuferschicht von VW abwendete und sich für das Audi Coupé entschied. Dieses hingegen war zwar geringfügig teurer als der Scirocco, konnte jedoch mit einem besseren Image aufwarten.

Es folgten einige Sondermodelle, welche die Beliebtheit und damit den Verkauf des zweiten Sciroccos ankurbeln sollten. Der Erfolg blieb jedoch aus und so stellte VW die Produktion des Sciroccos im Jahre 1992 ein.

Scirocco III- das gefeierte Comeback

Zunächst handelte es sich bei diesem Modell lediglich um eine Studie, namens Iroc. Doch im Jahre 2008 erschien der Scirocco tatsächlich wieder auf der Bildfläche. Es handelt sich erneut um ein dreitüriges Sportcoupé und basiert technisch auf dem Golf V.
Der Scirocco ist serienmäßig mit Sportsitzen vorn und hinten, Integralkopfstützen, 17 Zoll Leichtmetallrädern, Lederlenkrad, Klimaanlage und anderen technischen Highlights ausgestattet. Gegen ein paar Euros mehr gibt es sogar ein adaptives Fahrwerk mit dreifach verstellbaren Dämpfern dazu. Sehr gut, wenn man in unterschiedlichen Regionen unterwegs ist und das Fahrwerk auf die jeweilige Situation einstellen kann.

Ein Sondermodell ist der Scirocco R, welcher mit unglaublichen 265PS ausgestattet ist, sich auch optisch von den Serienmodellen unterscheidet und deutlich sportlicher daherkommt.