Das Geschäft mit gebrauchten Fahrzeugen – rechtens oder illegal?

Das Geschäft mit gebrauchten Fahrzeugen – rechtens oder illegal?

Das Geschäft mit den Gebrauchtwagen boomt derzeit. Der Ottonormalverbraucher entscheidet sich in diesen Zeiten lieber für einen „guten Gebrauchten“, als sich einen Neuwagen zuzulegen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Auf der einen Seite stehen natürlich die unverschämten Preise, die mit einem Neuwagen einhergehen. Häufig verliert ein Fahrzeug im ersten Jahr seiner Zulassung immens an Wert, einige Jahreswagen können deutlich günstiger erworben werden, die Attraktivität dieser Modelle steigt somit deutlich an. Doch nicht nur Jahreswagen, auch Gebrauchtwagen sind aktuell hoch im Kurs.
Autobörsen im Internet gewinnen immer mehr an Beliebtheit, denn der geneigte Autokäufer nimmt gern bis zu 800 Kilometer für seinen potenziellen gebrauchten Traumwagen in Kauf.

Die Idee

So kommt es, dass sich viele Autonarren fragen, ob sie mit dem Gebrauchtwarengeschäft nicht etwas dazuverdienen können. Der Plan lautet wie folgt: gebrauchte Pkw, eventuell auch Unfallwagen günstig ankaufen, reparieren, aufbereiten und gewinnbringend wiederverkaufen. Ist so etwas als einfacher Privatmann möglich?

Rechtlich möglich?

Als Privatperson ist es schwierig ein Geschäft dieser Art zu betreiben, denn der Gesetzgeber möchte natürlich auch etwas vom Kuchen abhaben. Sie geben keine Steuern an den Staat ab, wenn Sie privat ein Auto verkaufen. Verkaufen Sie allerdings drei bis vier Fahrzeuge im Jahr, den Status des „Privatmannes“ anhaftend, könnte Ihnen eine erhöhte Gewinnabsicht nachgesagt werden. Kann der Gesetzgeber Ihnen also Nachhaltigkeit und die Absicht einen Gewinn zu erzielen, unterstellen, sollten Sie ein Gewerbe anmelden. Das Gesetz gibt jedoch nicht vor, ab wann man Ihnen Nachhaltigkeit vorwirft. Dürfen Sie drei oder vier oder fünf Fahrzeuge privat verkaufen, ohne dass Ihnen etwas unterstellt wird? Der Gesetzgeber gibt keinerlei Zahlen vor.

Ausnahmen und Sanktionen

Wie ist der Sachverhalt, wenn Sie nun innerhalb eines Jahres einige Pkw verkaufen? Vielleicht möchten Sie den Staat umgehen und hoffen, dass man Ihnen nicht auf die Schliche kommt. Eventuell funktioniert dieses System zunächst sehr gut, doch was geschieht, wenn man irgendwann hinter Ihre Geschäfte kommt? Rein rechtlich können horrende Strafen auf Sie zukommen, denn Ihnen wird unterstellt, Einkommen an der Steuer vorbei zu führen. Konsequenz daraus ist, dass Sie diese Steuern nachzahlen müssen, der Betrag reicht bis hin zu mehreren tausend Euro.
Eine Ausnahme bildet das Verkaufen von Fahrzeugen innerhalb der Familie. Haben Sie einige Todesfälle zu beklagen und mussten aufgrund dessen Autos verkaufen, so kann Ihnen das nicht angelastet werden. Mit dem Verkauf von Pkw aufgrund familiärer Umstände wird Ihnen weder Nachhaltigkeit, noch eine Gewinnabsicht unterstellt. Sie brauchen sich keine Sorgen machen, der Staat kann Ihnen in diesem Falle gar nichts.

Tipp:

Sollten Sie eine Affinität zu Fahrzeugen besitzen und haben Sie Freude daran, diese zu reparieren und wieder herzurichten, dann tun Sie dieses, jedoch mit gutem Gewissen. Entscheiden Sie, ob Sie mit dieser Tätigkeit einen Gewinn erzielen wollen und melden Sie in diesem Falle schleunigst ein Gewerbe an. Es ist absoluter Unfug, wenn man Ihnen weißmachen möchte, Sie verdienen dann kaum etwas am Gebrauchtwagengeschäft. Sie behalten natürlich mehr in Ihrem Geldbeutel, wenn Sie die Steuern an der Nase des Staates vorbeiführen, jedoch handeln Sie rechtswidrig und können belangt werden.